aktuelles Programm

Ausstellung und Veranstaltungen vom 12. September bis zum 31. Oktober 2019

Politik am Bau
Die wechselhafte Geschichte des Kulturzentrums Gabriela Mistral, Santiago, Chile

Spuren des 1000 Tage währenden demokratischen Sozialismus gibt es in Chile bis heute. Direkt im Zentrum Santiagos liegt das Kulturzentrum Gabriela Mistral (GAM). Doch nur wenige wissen von der wechselhaften politischen Nutzung des Gebäudes:
UNO-Diplomat*innen, Stadtteilorganisationen, Beamt*innen, Künstler*innen, Diktatoren,
Sportschuhhersteller, Tanzensembles – seit knapp 50 Jahre Ort fungiert das GAM als Bühne von gesellschaftlichen Brüchen und Wandel.
„Politik am Bau“, eine Ausstellung des Rechercheprojekts „Allendes Internationale“ erforscht diese sozialen Sedimente aus verschiedenen Blickwinkeln: Zeitzeug*inneninterviews, holographische Projektionen verschwundener Kunstwerke und ein Zeitstrahl aus Texten und Fotos verdichten sich gemeinsam zu einer widersprüchlichen Chronologie, die sich auch im Jahr 2019 fortschreibt. Kuratiert von Pamela Cuadros und Álvaro Garreaud.

Achtung: geänderte Öffungszeiten!
Die Galerie ist nicht nur an den Veranstaltungstagen ab 19.00 Uhr geöffnet, sondern auch von 15-19 Uhr am 13./14.9., 19./20./21.9., 26./27.9. und an allen Mo, Di, Do, Fr im Oktober. Außerdem auf auf telefonische Anfrage +49-30-784 56 73 (September) oder +49-30-680 59 387 (Oktober).

Veranstaltungen

  • Do
    17
    Okt
    2019

    Chaos, Shock & Order!

    19:30

    Wie das Prinzip Bolsonaro Brasiliens Demokratie zerstören will

    Ein dreiviertel Jahr Bolsonaro-Regierung - und die staatlichen Institutionen mit halbwegs sozialer oder demokratischer Politagenda verlieren atemberaubend an Struktur und werden gezielt ausgedünnt, ausgehöhlt oder geraten unter gezielten Beschuss, während Polizei- und Repressionsstrukturen immer umfassender und raffinierter ausstaffiert werden und unter weitestgehender Straflosigkeit in den Favelas und Peripherien der Städte gezielt arme, Schwarze Jugendliche und junge Männer erschießen; schleichende Entmachtung der Indigenenbehörde Funai und der Umweltbehörde Ibama, während illegale Holzfäller und Goldsucher in Amazonien, animiert durch den präsidialen Diskurs des "Jetzt dürfen wir das!", ihren Raubzug durch indigene Territorien verschärfen, die Rodungsraten nachgerade explodieren und der Präsident indigene Territorien den nationalen und internationalen Bergbaufirmen für die Exploration aushändigen will; extrem neoliberale Gesetzesänderungen bei Arbeitsjustiz, Arbeitsrecht und Gewerkschaftsfreiheit, flankiert durch eine marktradikale, extrem-neoliberale Renten"reform" bilden das Grundstück des radikalen Umbaus des brasilianischen Staates im Sinne der massiven Umverteilung von unten nach oben, damit die seit der Sklaverei an der ökonomischen Macht im Lande festhaltenden ökonomischen Eliten ihr Saus-und-Braus-Leben mit ihren Familien weiterleben können, und die Hausangestellten in semifeudalen Arbeitsverhältnissen gehalten werden, - das und noch viel mehr ist Brasilien 2019. Dazu ein Präsident Bolsonaro, der tagein, tagaus einen neuen verbalen Skandal der Ungeheuerlichkeiten medial durchs Land treiben lässt, damit die Menschen in dem Tsunami der Skandale, der Verbalinjurien, der gezielten Entgleisungen möglichst wenig von dem zugrundeliegende Raub an der Gesellschaft und der Ausbeutung von Natur und Mensch mitbekommen.

    Aber, es gibt Widerstand. Die sozialen Bewegungen Brasiliens sind noch existent und sehr lebendig.

    Davon wird uns Christian Russau, Mitarbeiter im Berliner FDCL und aktiv bei der Brasilien Initiative Berlin berichten.

  • Do
    24
    Okt
    2019

    Memoria en movimento – Eine offene Debatte zur Erinnerungsarbeit in Chile

    19:30

    Was bleibt vom Chile der Unidad Popular? Wie und was sollten wir im kommenden Jahr erinnern? Welche gesellschafltichen Projekte jener Zeit sind aktuell geblieben? Welche Impulse für die politische Arbeit können heute soziale Bewegungen mitnehmen?
    In einer offenen Diskussion mit dem Publikum suchen in Berlin lebende Chilenen*innen, Mitwirkende des Kulturvereins Gabriela Mistral e.V. und des Rechercheprojekts „Allendes Internationale“ nach Antworten und Ideen für eine aktive Erinnerungsarbeit – und eine internationalistische Zukunft.

  • Do
    31
    Okt
    2019

    Krise und Konflikt in Venezuela

    19:30

    Wie Regierung, Opposition, soziale Bewegungen und internationale Akteure um die Macht kämpfen.

    Der Journalist und Übersetzer Tobias Lambert (u.a. Lateinamerika Nachrichten und Südlink) berichtet von der politischen sowie wirtschaftlichen Lage in Venezuela und beleuchtet die Zukunftsperspektiven des Erdöllandes.

Die GALERIE OLGA BENARIO ist an den Veranstaltungstagen ab 19 Uhr sowie auf Anfrage geöffnet. Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 15 und 19 Uhr kann auch nebenan in der Biografischen Bibliothek angefragt werden. Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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